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Frage: Ein Freund hat nach einer Hirntumor-OP eine halbseitige Gesichtslähmung. Die OP ist ein Jahr her, die Gesichtslähmung ist geblieben. Nach einer kürzlich vorgenommenen "Nerven-Messung" wurde ihm zu einer OP geraten. Wenn ich es recht verstanden habe, soll aus der Zunge ein Nerv "umgeleitet" werden. Sie wissen sicherlich mehr damit anzufangen. Jetzt die Frage:Können Sie mit weiteren Infos darüber dienen? Insbes. interessieren sicherlich die Risiken und Nebenwirkungen dieser OP. Gibt es Erfahrungen damit? Können Sie eine Klinik empfehlen? Antwort: Vermutlich handelt es sich bei dem operierten Tumor um ein Akustikusneurinom, also einen gutartigen Tumor des Hörnerven. Bei diesen Operationen kommt es häufiger vor, dass je nach Größe des Tumors der mit dem Hörnerven zusammen durch den Inneren Gehörgang verlaufende Gesichtsnerv u. U. unwiederbringlich geschädigt wird. Wenn sich die Gesichtsnervenfunktion nach einem Jahr nicht zumindest zu erholen beginnt (Nervenmessung), dann ist von einem endgültigen Funktionsverlust auszugehen. In solchen Fällen kann man durch eine Transplantation von Teilen des "Unterzungennnerven" auf den Stumpf des Gesichtsnerven oft noch eine sehr erfreuliche Erholung des Gesichtsnerven (N. facialis) erreichen. Es handelt sich bei diesen Operationen um Eingriffe außerhalb des Schädels im Bereich des Unterkieferwinkels, die zwar gelegentlich recht langwierig sind, deren Risiko aber als relativ gering eingestuft werden muss. Im schlimmsten Falle funktioniert die Nervennaht trotz technischen Gelingens nicht. Es muss aber betont werden, dass die Regeneration der Facialisfunktion etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird, vorher ist kein endgültiges Ergebnis zu erwarten! Bis zu einem halben Jahr nach der Operation wird in der Regel keinerlei Effekt zu beobachten sein! Im Übrigen sollte sich Ihr Freund recht zügig hinsichtlich der möglichen Operation entscheiden, da mit jedem weiteren Monat die Erfolgsaussichten des Eingriffes schlechter werden. Angesichts einer Erfolgsquote von bis zu 80% sollte man eigentlich dringend zuraten, die Operation vornehmen zu lassen, die im Grunde in jeder größeren neurochirurgischen Klinik in Deutschland problemlos fachgerecht durchgeführt werden kann. Die Technik dieser Nervenanastomose ist seit ca. 50 Jahren oder länger bekannt, entsprechende Eingriffe werden in nennenswerter Zahl weltweit mit gutem Erfolg durchgeführt.
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